Handballregion stärken

BaZ online - Luc Durisch - Publiziert: 01.09.2021, 21:00

 
Künftig wird der RTV Basel mit dem TV Birsfelden und der HSG Nordwest unter dem Namen Handball Nordwest zusammenarbeiten. Auch sonst tut sich beim Basler NLA-Club einiges.

Es ist eine Aufbruchstimmung zu spüren beim RTV Basel. Am Mittwochmorgen hat der Club vor dem ersten Saisonspiel gegen GC Amicitia Zürich (Donnerstag, 19.30 Uhr, Rankhof) zu einer Medienrunde geladen. Mit dabei: der NLB-Verein Birsfelden und die regionale Talentschmiede HSG Nordwest. Gemeinsam wollen die drei Clubs den Handball in der Region voranbringen. Künftig mithilfe einer strategischen Partnerschaft unter dem Namen Handball Nordwest.

Exakt vor Jahresfrist verkündete der neue RTV-Vorstand um Präsident Sven Lüdin seine Vision «peRspekTiVe 2029». Ein Ziel: möglichst viele Spieler einbauen, die aus Basel stammen, und dafür erste Anlaufstelle für die in der Talentschmiede der HSG Nordwest ausgebildeten Handballer werden. Damit dies fortan noch besser funktioniert, arbeitet der Club im Rahmen dieser strategischen Partnerschaft noch enger mit dem TV Birsfelden und der HSG Nordwest zusammen. «Bevor die Talente in andere NLA-Vereine abwandern, wollen wir den jungen Spielern eine Perspektive in der Region bieten», sagt RTV-Präsident Lüdin.

Ähnlich sieht dies HSG-Nordwest-Geschäftsführer Michael Santeler: «Mit dem TV Birsfelden arbeiten wir schon länger zusammen. Nun kommt noch der RTV hinzu, was uns ermöglicht, den Talenten einen Weg in der Region aufzuzeigen und ihnen gute Anschlussmöglichkeiten zu bieten.» Mit dem TV Birsfelden in der Nationalliga B und dem RTV sollte es gelingen, dass möglichst wenig Talente die Region verlassen.

Das Bindeglied Eine wichtige Rolle bei diesem Vorhaben nimmt der TV Birsfelden ein. Beim NLB-Club sollen die Spieler für höhere Aufgaben vorbereitet werden. Daher ist es kaum verwunderlich, dass das Durchschnittsalter bei der Mannschaft von Birsfelden-Trainer Marcel Keller, der dort auch die U-19 trainiert, weniger als 21 Jahre beträgt. Damit alle diese Spieler die benötigte Einsatzzeit erhalten und sich ohne Druck durch einen drohenden Abstieg entwickeln können, hat der Verein das Ziel definiert, sich im Mittelfeld der Liga zu etablieren.

Die Handball-Region will also in Zukunft ihre Kräfte bündeln und nicht mehr zulassen, dass jeder für sich selbst arbeitet. Dazu tragen auch die geplanten gemeinsamen Trainingseinheiten bei, die dazu führen sollen, dass man das Bewusstsein für die anderen Vereine stärkt.

Damit das Projekt gelingt, ist eine offene Kommunikation nötig. Oftmals scheitern solche Vorhaben daran, dass der NLA-Verein sich über die weiteren beteiligten Clubs hinwegsetzt. Dies sollte in Basel nicht passieren. Der RTV ist gewillt, den anderen Clubs auch etwas zurückzugeben. Dazu kommt: Die Vorstände der drei Vereine kennen sich schon lange und schätzen einander. Und auch die beiden Übungsleiter verstehen sich gut. Daher sagt TV-Birsfelden-Trainer Keller: «Das Projekt hat gute Chancen, dass es funktioniert. Aber man muss aufpassen. Auf dem Papier erscheint es oft einfacher, als es in der Realität dann ist.»

«Sicher wäre es schön, wenn wir in ein paar Jahren nur noch ehemalige Nachwuchsspieler im Kader haben. Aber diese müssen auch das nötige Niveau mitbringen.»

Sven Lüdin


Zunächst braucht das Projekt aber vor allem noch etwas: Zeit. Wer sich das Kader des RTV ansieht, merkt rasch, dass die Basler zwar sechs Spieler aus der Region beschäftigen, aber sich auf diese Saison hin ausschliesslich mit Ausländern verstärkt haben. Präsident Lüdin sagt: «Sicher wäre es schön, wenn wir in ein paar Jahren nur noch ehemalige Nachwuchsspieler im Kader haben. Aber diese müssen auch das nötige Niveau mitbringen.» Die jungen Spieler bei Birsfelden brauchen jedenfalls noch einen Moment, bis sie für die NLA bereit sind. Aber auch wenn die Talente dereinst höhere Aufgaben übernehmen können, wird man gewissen Positionen trotzdem mit internationaler Klasse besetzen müssen, will man um Meistertitel mitspielen.


Die Gratisspiele Dies wollen die Basler bis 2029 erreichen. Für die am Donnerstag beginnende Saison lautet die Vorgabe aber zunächst Playoff-Qualifikation. Dafür müssen sie zu den besten acht Teams der Zehnerliga gehören. Nachdem man jahrelang stets nur um den Klassenerhalt kämpfen musste, ist dies ein Fortschritt.


Die Basler Handball-Fans können ihrer Mannschaft beim Erreichen des Saisonziels gratis in der Rankhof-Halle zuschauen. Unter dem Motto «Gratis zum Basler Spitzenhandball» übernimmt bei allen 13 Heimspielen jeweils ein Sponsor den Eintritt. Das Ziel hinter dieser Aktion ist klar: Es sollen mehr Anhänger an die Spiele kommen. Die über 16-Jährigen müssen zwar ein gültiges Covid-Zertifikat vorweisen, dürfen dafür aber in der Halle die Maske weglassen. Zudem sollen die Spiele Eventcharakter haben, weswegen nach jeder Partie ein Best Player gekürt wird.

Aber auch für RTV-Anhänger, die es nicht in die Rankhofhalle schaffen, ist gesorgt: Sämtliche Spiele werden auf handball.asport.tv übertragen.


Originalartikel Baz-Online: 

TV Birsfelden

TV Birsfelden
4127 Birsfelden

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Login