Die HSG Nordwest verlängert ihre Siegesserie. Mit dem Erfolg gegen die HSG Aargau Ost (25:23) holt sie sich den dritten Sieg in Folge und damit bereits den sechsten Punkt seit dem Rückrundenstart Ende Januar. 

Die vergangene Woche war geprägt durch die Rückkehr in die nach dem Brand wieder zugängliche Birsfelder Sporthalle und den ferienbedingten, angepassten Trainingsbetrieb. Beides waren positive Faktoren, letzterer mit Sicherheit der ausschlaggebendere. Das Team von Michael Röthlin blickte nämlich auf eine sehr ergiebige Trainingswoche zurück. Die Entspanntheit der schulfreien Zeit bot eine gute Grundlage, um fokussiert trainieren zu können - und dabei auch wieder mal ein paar neue Impulse setzen zu können.

Eine dieser Neuentdeckungen war Raffael Bühler. Bislang noch kaum auf den Aussenpositionen eingesetzt, überzeugte er in den Trainings durch seine athletischen Voraussetzungen und seine rasche Entwicklungsfähigkeit. Kurz, er drängte sich auf, in der Startformation auf Linksaussen zu debütieren. Nach zwei anfänglichen Fehlwürfen - bei denen er wenig falsch gemacht hat, van Aartsen im gegenerischen Tor indes stark agierte - legte Bühler kurz darauf mit zwei tollen Treffern nach und verhalf seinen Farben damit zu einer erfolgreichen Startviertelstunde (8:4).

Es folgte die schwächste Phase des Heimteams. 4 Fehlwürfe in Serie und dazu 2 Zeitstrafen brachten die Aargauer wieder zurück ins Spiel. Sie wussten das Angebot zu nutzen und verkürzten bis zur 22. Minute wieder auf 8:7. Im Gleichschritt näherten sich beide Mannschaften dann der Halbzeitpause. Zwei Sekunden vor der ersten Sirene lag die HSG Nordwest noch immer mit einem Zähler in Front, als Nelio John zum letzten Wurf ansetzte und den Ball mit einem sehenswerten Hüftwurf Sekundenbruchteile vor Ablauf der ersten 30 Minuten in die Maschen hämmerte. So was nennt man "Buzzer Beater" - und so was gibt zusätzliche Energie für Halbzeit Zwei.

Diese Energie blieb aber unerwarteter Weise in der Kabine der Nordwestschweizer sitzen, denn der Start zur zweiten Halbzeit ging gründlich daneben. Nach dem Seitenwechsel gingen die ersten drei Treffer auf das Konto der Gäste und die HSG Nordwest sah sich das erste Mal im Hintertreffen. Die Geschichte mit der "Energie" wurde handfester. Bei Tim Wespi machten sich Kopfschmerzen bemerkbar und bei Nelio John stockte die allgemeine Energiebereitstellung. Vorerst nahmen beide Platz auf der Bank. Wespi konnte später nochmals ins Spielgeschehen eingreifen, währenddem der heimische Topscorer, Nelio John, bis zum Schluss nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Niels Christ kam zurück auf die Spielmacherposition und wusste insbesondere in der Umschaltbewegung zu gefallen. In Kooperation mit seinen Aussenspielern, Sven Bürki und Mak Ruhotina, war nun plötzlich auch das Umschaltspiel ein probates Mittel zum Erfolg. Die vier Tore aus der Gegenstossbewegung waren in der Endabrechnung Gold wert. Mak Ruhotina (Jahrgang 2005) glänzte aber nicht nur durch sein Gegenstosstor, sondern fügte seinem persönlichen Score gleich noch 5 weitere Treffer hinzu und war damit der Top-Torschütze seines Teams.

Auch Ruhotina konnte es jedoch nicht verhindern, dass sein Team 2 Minuten vor Spielende lediglich mit 2 Toren führte. Und als der Aargauer Roman Hohl 100 Sekunden vor Schluss alleine auf Moris Schwizer zulief, lag der Anschlusstreffer zum Greifen nahe. Schwizer, der auch in dieser Parte wieder vorzüglich parierte (44% Abwehrquote), entschärfte diesen Einzelgegenstoss aber mirakulös und bewahrte sein Team damit vor einer übermässig nervenaufreibenden Schlussphase. So was nennt man "Big Save" - und so was gibt grundsätzlich immer gute Laune!